Kurzgeschichten

Noch ein paar die ich für meinen (yeah I had to look this up) Deutschkurs geschrieben hab. 

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Ich denke gerade an die Staatsangehörigkeit. Meine beste Freundin in Amerika ist in Mexiko geboren. Ihre Geschwister sind jünger, Amerikaner, aber ihre Eltern, illegale Immigranten. Sie alle sind eine Familie. Es gibt wenig Unterschiede zwischen ihnen. Allerdings haben die Geschwister mehr Rechte als meine Freundin. Sie werden getrennt behandelt durch die vielen Systeme, die unser Leben bestimmen.

Die willkürlichen Ausschlussgrenzen für die Staatsbürgerschaft sind wie wenn man definiert, wo ein Berg endet und beginnt. Ein Fleckchen Erde sieht nicht erheblich anders aus als der benachbarte Teil; an einem gewissen Punkt is ein Fleckchen Berg und der nächste nicht. Da gibt es ein Wort für Berg, weil der Begriff des Berges schon besteht.

Wenn man hört wie die meisten Leute reden, könnte man denken, dass Reisepässe waren schon immer eine Voraussetzung fürs Reise, dass Papiere eine Notwendigkeit für das Leben sind. Ich habe vor kurzem einen Doku über polynesische Seeleute gesehen, die seit Tausenden von Jahren rund ein Viertel der Erde bereisen, ganz wie sie wollten. Sie haben keinen Kompass und keine Bürokratie, die auf stempeln und tackern basiert.

Alles ist möglich. Es kommt nur darauf an, wie man es betrachtet.

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Die Stangen sind kalt und die Luft ist warm—manchmal. Wenn es kalt ist, stechen die Stangen wie Bienen auf meiner Nase und verursachen beträchtliche Beschwerden. Wenn es zu warm ist, dann sind die Stangen glücklicherweise kühl. Aber wenn es sehr, sehr heiß ist, brennen die Stangen die Schuppen an meinem Rücken, und ich drehe meinen massiven Körper in Richtung Schatten.

Jeden Tag kommt er mit Essen und Wasser. Ich gucke ihn lässig an aus meiner Ecke, die nur klein scheint, wenn ich daran denke wie er durch die Doppeltüre auf der rechten Seite gehen darf. Er wird nicht mehr gehalten von irgendwelchen Stangen, so weit wie meine Augen sehen können.

Aber wer weiß, vielleicht ist er eh noch in einem Käfig. Die Wärme und die Kälte der Metallstäbe und der Luft sowie der Schmerz und das Vergnügen welches sie verursachen sind relativ. So ist auch die Freiheit.

Als ich ein junger Dinosaurier war, träumte ich den Mann während der Fütterung eines Tages beiseite zu schieben und zu flüchten. Aber was würde ich gewinnen? Ich würde immer noch in einem Käfig sein: der Käfig meines Körpers, der Käfig meines Kopfes. Und dann würde niemand mir Nahrung bringen.

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